Anmeldung

Hinweise zum Arzthaftungsrecht

1. Was sollten Sie tun, wenn Sie den Verdacht haben, von einem Arzt oder in einem Krankenhaus fehlerhaft behandelt worden zu sein?

Zunächst ist es unabdingbar, Einsicht in die vom Arzt anlässlich der Behandlung gefertigten Krankenunterlagen zu nehmen. Nur so kann überprüft werden, welche Behandlungen durchgeführt und welche Maßnahmen ergriffen bzw. nicht ergriffen worden sind. Jeder Patient hat Anspruch auf Einsicht in seine Krankenunterlagen. Der Arzt ist verpflichtet, ihm diese gegen angemessene Kostenerstattung in Kopie zur Verfügung zu stellen.

Hilfreich ist es auch oft, wenn der Patient – möglichst zeitnah zu der beanstandeten Behandlung – ein Gedächtnisprotokoll erstellt. In einem solchen Protokoll sollten die Geschehnisse, wie der Patient sie erlebt hat, geschildert werden. Dabei sollte versucht werden, die Darstellung so sachlich und emotionslos wie möglich zu halten.'

Da die Krankenkassen gemäß § 66 SGB V ihre Mitglieder bei dem Verdacht eines Behandlungsfehlers unterstützen können, sollte bei einem solchen Verdacht auch die Krankenkasse frühzeitig informiert werden.

Sofern Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, sollten Sie sich dort eine Deckungszusage für die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes einholen.

Die Informierung von Krankenkasse und Rechtsschutzversicherung können wir im Falle unserer Mandatierung selbstverständlich gerne für Sie übernehmen

2. Welche Schadenspositionen sind zu ersetzen?

Grundsätzlich sind Ihnen alle materiellen (jede wirtschaftliche Einbuße) und immateriellen Schäden (Schmerzensgeld) zu ersetzen, die ursächlich auf die fehlerhafte Behandlung zurückzuführen sind:

Die Höhe des Schmerzensgeldes ist abhängig von der Schwere der gesundheitlichen Schädigungen und den daraus folgenden Beeinträchtigungen für Ihr Leben. Zu berücksichtigen sind hier u.a. Größe, Heftigkeit und Dauer der Schmerzen, Dauer der stationären und ambulanten Behandlung, eventuelle Dauerschäden u.ä.

Hinsichtlich der materiellen Schäden gibt es zahlreiche Schadenspositionen, die zu berücksichtigen sind. So muss der Schädiger den gesamten durch die fehlerhafte Behandlung entstandenen behinderungs- bzw. krankheitsbedingten Mehraufwand ersetzen. Hierzu gehören u.a. Pflegekosten, Zuzahlungen zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, Fahrtkosten zu Ärzten und Therapeuten, Haushaltsführungsschaden, Verdienstausfall bzw. Erwerbsschaden, Kosten für ein behindertengerechtes Kfz und behindertengerechtes Wohnen.

3. Brauchen Sie einen Rechtsanwalt?

Um begründete Schadensersatzansprüche gegenüber Ärzten, Krankenhäusern bzw. deren Haftpflichtversicherungen erfolgreich durchsetzen zu können, sind spezielle Kenntnisse im medizinischen und juristischen Bereich erforderlich. Nur mit einem derartigen Spezialwissen können die oft sehr komplexen Sachverhalte kompetent beurteilt werden. Sie sollten sich daher nicht scheuen, die Hilfe eines Rechtsanwaltes, der sich auf das Gebiet Arzthaftungsrecht spezialisiert hat, in Anspruch zu nehmen. Sofern und soweit sich die geltend gemachten Ansprüche als berechtigt erweisen, muss die Gegenseite auch die Rechtsanwaltskosten erstatten.

4. Wie würden wir Ihren Fall bearbeiten?

Sofern Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, würden wir dort zunächst eine Deckungszusage einholen, falls Sie das noch nicht selbst getan haben sollten. Gleichzeitig werden wir alle notwendigen Krankenunterlagen anfordern. Das betrifft oft nicht nur die Krankenunterlagen der betroffenen Ärzte bzw. Krankenhäuser sondern auch die Unterlagen vor- und nachbehandelnder Ärzte.

Sobald uns die Krankenunterlagen vorliegen, werden wir diese durchsehen und – soweit möglich – eine erste Beurteilung vornehmen. In aller Regel wird es dann erforderlich sein, den Sachverhalt medizinisch prüfen zu lassen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten (z.B. Einholung eines Privatgutachtens, Einschaltung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, Verfahren vor der Gutachterkommission für ärztliche Haftpflichtfragen), die wir dann mit Ihnen erörtern werden.

Ergibt die medizinische und rechtliche Bewertung, dass Erfolgsaussichten bezüglich der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen bestehen, werden wir hierüber mit der Gegenseite bzw. deren Haftpflichtversicherung korrespondieren und verhandeln. Sollte eine außergerichtliche Lösung nicht möglich sein, vertreten wir Ihre Interessen selbstverständlich auch mit allem Nachdruck vor Gericht.